Übungsfragen
AP1-Prüfungsfragen mit Lösungen
Übung macht den Prüfungsprofi. Hier findest du typische
AP1-Prüfungsfragen aus allen wichtigen Themenbereichen, jeweils mit
Lösung und kurzer Erklärung zum Aufklappen. Beantworte jede Frage erst
selbst, dann deckst du die Antwort auf und prüfst dich ehrlich.
📖 Lesezeit ca. 9 Min.
Aktualisiert 2026
Die AP1 (Abschlussprüfung Teil 1) ist für alle IT-Berufe
identisch und dreht sich um das Thema „Einrichten eines IT-gestützten
Arbeitsplatzes". In der Prüfung erwarten dich überwiegend offene
(ungebundene) Aufgaben, bei denen du selbst formulierst, rechnest und
begründest. Genau dafür trainieren dich die folgenden
AP1-Übungsfragen: sechs Themenbereiche, in denen
erfahrungsgemäß die meisten Punkte vergeben werden.
⚠️
Das sind keine echten IHK-Aufgaben, sondern selbst formulierte
AP1-Beispielfragen auf Prüfungsniveau. Prüfungsdauer,
Punkte und Modalitäten legt deine zuständige IHK fest, verbindliche
Details findest du immer in deiner offiziellen Prüfungseinladung.
Hardware & IT-Arbeitsplatz
Hardware-Komponenten, Schnittstellen und die Inbetriebnahme eines
Arbeitsplatzes sind ein Kernthema der AP1. Hier solltest du Bauteile
benennen, ihre Aufgabe erklären und passende Komponenten auswählen können.
Hardware
Worin unterscheiden sich SSD und HDD als Massenspeicher, und welche Vor- bzw. Nachteile hat die SSD?
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Lösung: Eine HDD (Festplatte) speichert Daten magnetisch auf rotierenden Scheiben, eine SSD nutzt Flash-Speicher ohne bewegliche Teile. Vorteile der SSD: deutlich höhere Lese-/Schreibgeschwindigkeit, geringere Zugriffszeit, leiser, stoßunempfindlicher und stromsparender. Nachteile: höherer Preis pro Gigabyte und eine begrenzte Anzahl an Schreibzyklen. Für ein schnelles System nimmt man die SSD, für große, günstige Datenmengen die HDD.
Hardware
Ein Mitarbeiter benötigt zwei Monitore an seinem Notebook. Worauf musst du bei Anschlüssen und Kabeln achten?
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Lösung: Zuerst prüfst du, welche Video-Ausgänge das Notebook bietet (z. B. HDMI, DisplayPort, USB-C mit DP-Alt-Mode) und welche Eingänge die Monitore haben. Reichen die Anschlüsse nicht aus, nutzt du eine Dockingstation oder einen passenden Adapter bzw. ein Adapterkabel. Wichtig sind außerdem die unterstützte Auflösung und Bildwiederholrate des Anschlusses, damit beide Monitore in voller Qualität laufen.
Hardware
Nenne drei ergonomische Maßnahmen für einen Büro-Bildschirmarbeitsplatz und begründe jeweils kurz.
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Lösung: Beispiele: (1) Höhenverstellbarer Stuhl und Tisch, beugt Haltungsschäden vor. (2) Oberkante des Monitors auf oder leicht unter Augenhöhe, ca. 50-70 cm Abstand, entlastet Augen und Nacken. (3) Blendfreie Beleuchtung bzw. Bildschirm seitlich zum Fenster, vermeidet Spiegelungen und Augenermüdung. Weitere gültige Punkte: separate Tastatur/Maus, ausreichend Beinfreiheit, regelmäßige Pausen.
Netzwerke & IP-Adressen
Netzwerkgrundlagen wie IP-Adressen, Subnetze und Topologien tauchen fast
immer auf. Subnetting-Aufgaben sind dabei sichere Punkte, wenn du das
Schema einmal verstanden hast.
Netzwerke
Ein Netz hat die Adresse 192.168.10.0 mit der Subnetzmaske 255.255.255.0 (/24). Wie viele Hosts sind nutzbar, und wie lauten Netz- und Broadcast-Adresse?
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Lösung: Bei /24 bleiben 8 Hostbits, also 28 = 256 Adressen. Davon sind 2 reserviert (Netz- und Broadcast-Adresse), es bleiben 254 nutzbare Hosts. Netzadresse: 192.168.10.0, Broadcast-Adresse: 192.168.10.255. Nutzbarer Hostbereich: 192.168.10.1 bis 192.168.10.254.
Netzwerke
Worin unterscheiden sich private und öffentliche IPv4-Adressen, und welche privaten Adressbereiche gibt es?
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Lösung: Öffentliche IP-Adressen sind im Internet weltweit eindeutig und routbar. Private Adressen werden nur in lokalen Netzen verwendet, sind im Internet nicht routbar und werden meist per NAT auf eine öffentliche Adresse übersetzt. Private Bereiche (nach RFC 1918): 10.0.0.0/8, 172.16.0.0/12 und 192.168.0.0/16.
Netzwerke
Erkläre kurz den Unterschied zwischen einem Switch und einem Router.
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Lösung: Ein Switch verbindet Geräte innerhalb desselben Netzes (LAN) und leitet Datenpakete anhand der MAC-Adresse gezielt an den richtigen Port weiter (Schicht 2). Ein Router verbindet verschiedene Netze miteinander, z. B. das lokale Netz mit dem Internet, und trifft seine Weiterleitungsentscheidung anhand der IP-Adresse (Schicht 3).
Projektplanung & Netzplan
Die Netzplantechnik ist einer der größten Punktebringer der AP1. Kennst du
die Begriffe FAZ, FEZ, SAZ und SEZ sowie das Vorgehen für den kritischen
Pfad, holst du hier viele Punkte.
Projektplanung
Was versteht man unter dem „kritischen Pfad" in einem Netzplan, und welche Bedeutung hat er für das Projekt?
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Lösung: Der kritische Pfad ist die längste Kette von Vorgängen vom Projektstart bis zum Projektende. Alle Vorgänge auf ihm haben eine Pufferzeit von null. Er bestimmt die kürzestmögliche Gesamtdauer des Projekts. Verzögert sich auch nur ein Vorgang auf dem kritischen Pfad, verschiebt sich automatisch das gesamte Projektende.
Projektplanung
Wie berechnest du den Gesamtpuffer (GP) eines Vorgangs, und was sagt er aus?
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Lösung: Der Gesamtpuffer ergibt sich aus GP = SAZ − FAZ (spätester minus frühester Anfangszeitpunkt) oder gleichbedeutend SEZ − FEZ. Er gibt an, um wie viel Zeit ein Vorgang verschoben oder verlängert werden darf, ohne den Projektendtermin zu gefährden. Ist der Gesamtpuffer null, liegt der Vorgang auf dem kritischen Pfad.
Projektplanung
Worin unterscheiden sich Vorwärts- und Rückwärtsrechnung im Netzplan?
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Lösung: Bei der Vorwärtsrechnung startest du am Projektanfang und berechnest die frühesten Zeitpunkte (FAZ und FEZ) jedes Vorgangs. Bei der Rückwärtsrechnung beginnst du am Projektende und ermittelst die spätesten Zeitpunkte (SAZ und SEZ). Aus der Differenz beider Werte ergeben sich die Pufferzeiten und damit der kritische Pfad.
Über 1.100 Fragen zum Durchüben
Sechs Beispielfragen reichen dir nicht? Im AP1 Trainer Pro findest du
über 1.100 Übungsfragen aus 8 Kategorien mit Lösungen, vom Netzplan bis
zur Nutzwertanalyse, komplett offline und kostenlos starten.
Nutzwertanalyse
Mit der Nutzwertanalyse vergleichst du Angebote anhand gewichteter
Kriterien. Sie ist ein klassischer Punktebringer, weil das Vorgehen immer
gleich ist: Kriterien gewichten, Punkte vergeben, gewichtete Punkte
aufsummieren.
Nutzwertanalyse
Beschreibe die Schritte einer Nutzwertanalyse zum Vergleich von zwei Angeboten.
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Lösung: (1) Bewertungskriterien festlegen (z. B. Preis, Leistung, Support). (2) Jedem Kriterium eine Gewichtung zuordnen, deren Summe in der Regel 100 % ergibt. (3) Jedes Angebot pro Kriterium mit Punkten bewerten (z. B. 1-10). (4) Punkte mit der Gewichtung multiplizieren (gewichtete Teilnutzen). (5) Pro Angebot die gewichteten Punkte zum Gesamtnutzwert addieren. Das Angebot mit dem höchsten Nutzwert wird empfohlen.
Nutzwertanalyse
Ein Kriterium hat eine Gewichtung von 30 % und erhält bei Angebot A die Bewertung 8 von 10 Punkten. Wie hoch ist der gewichtete Teilnutzen?
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Lösung: Der gewichtete Teilnutzen ist Bewertung × Gewichtung = 8 × 0,30 = 2,4 Punkte. Rechnest du mit Prozent als Faktor (0,30) statt als ganze Zahl (30), bleiben die Gesamtnutzwerte gut vergleichbar. Wichtig ist, das Schema für alle Kriterien und Angebote einheitlich anzuwenden.
Nutzwertanalyse
Welchen Vorteil hat die Nutzwertanalyse gegenüber einem reinen Preisvergleich?
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Lösung: Ein reiner Preisvergleich betrachtet nur die Kosten. Die Nutzwertanalyse bezieht auch nicht-monetäre, qualitative Kriterien wie Leistung, Qualität, Service oder Lieferzeit mit ein und gewichtet sie nach Wichtigkeit. So fällt die Entscheidung nachvollziehbar und begründet aus, auch wenn das günstigste Angebot nicht automatisch das beste ist.
Wirtschaftlichkeit & Kosten
Bei der Wirtschaftlichkeit geht es um Kostenarten, Angebotsvergleiche und
einfache Berechnungen. Hier zählt sauberes Rechnen mit Zwischenschritten,
die gibt es auch bei kleinen Rechenfehlern noch Teilpunkte.
Wirtschaftlichkeit
Erkläre den Unterschied zwischen fixen und variablen Kosten mit je einem Beispiel aus der IT.
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Lösung: Fixe Kosten fallen unabhängig von der Ausbringungs- bzw. Nutzungsmenge an, z. B. Miete für den Serverraum oder eine jährliche Softwarelizenz. Variable Kosten verändern sich mit der Menge, z. B. Stromkosten je nach Serverauslastung oder verbrauchsabhängige Cloud-Gebühren. Die Summe aus fixen und variablen Kosten ergibt die Gesamtkosten.
Wirtschaftlichkeit
Ein Angebot kostet netto 1.200 €. Wie hoch ist der Bruttopreis bei 19 % Umsatzsteuer?
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Lösung: Umsatzsteuer = 1.200 € × 0,19 = 228 €. Bruttopreis = 1.200 € + 228 € = 1.428 €. Kürzer: 1.200 € × 1,19 = 1.428 €. Achte beim Angebotsvergleich immer darauf, ob Preise netto oder brutto angegeben sind.
Wirtschaftlichkeit
Worauf solltest du bei einem Angebotsvergleich neben dem reinen Anschaffungspreis noch achten?
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Lösung: Wichtig sind die Gesamtkosten über die Nutzungsdauer (Total Cost of Ownership). Dazu zählen z. B. laufende Kosten wie Wartung, Lizenzen, Strom und Support, außerdem Lieferzeit, Garantie- bzw. Gewährleistungsbedingungen, Skonto und Rabatte sowie die Qualität und Zuverlässigkeit des Anbieters. Das günstigste Angebot ist nicht immer das wirtschaftlichste.
IT-Sicherheit & Datenschutz
IT-Sicherheit und Datenschutz runden die AP1 ab. Häufig gefragt sind die
Schutzziele der Informationssicherheit sowie Grundbegriffe der DSGVO.
IT-Sicherheit
Nenne die drei klassischen Schutzziele der Informationssicherheit und erkläre sie kurz.
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Lösung: (1) Vertraulichkeit, Daten dürfen nur von Berechtigten eingesehen werden. (2) Integrität, Daten dürfen nicht unbemerkt oder unbefugt verändert werden. (3) Verfügbarkeit, Daten und Systeme stehen dann zur Verfügung, wenn sie gebraucht werden. Diese drei Ziele werden oft als CIA-Triade bezeichnet (Confidentiality, Integrity, Availability).
Datenschutz
Was sind „personenbezogene Daten" im Sinne der DSGVO? Nenne zwei Beispiele.
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Lösung: Personenbezogene Daten sind alle Informationen, die sich auf eine identifizierte oder identifizierbare natürliche Person beziehen. Beispiele: Name, Anschrift, E-Mail-Adresse, Telefonnummer, IP-Adresse oder Geburtsdatum. Der Schutz dieser Daten ist in der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) geregelt; Grundsätze sind u. a. Zweckbindung und Datenminimierung.
IT-Sicherheit
Was ist der Unterschied zwischen einer Datensicherung (Backup) und einem RAID-Verbund?
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Lösung: Ein RAID erhöht die Ausfallsicherheit der Hardware: Fällt z. B. eine Festplatte aus, laufen die Daten dank Redundanz weiter. Ein RAID schützt aber nicht vor versehentlichem Löschen, Ransomware oder Defekten am ganzen System. Ein Backup erstellt eine separate Kopie der Daten, idealerweise auf einem anderen Medium und an einem anderen Ort. Merksatz: RAID ersetzt kein Backup.
So holst du das meiste aus dem Üben heraus
Beispielfragen wirken nur, wenn du aktiv damit arbeitest. Beantworte jede
Frage zuerst selbst, am besten schriftlich, und decke erst danach die
Lösung auf. Notiere dir, bei welchen Themen du unsicher warst, und arbeite
genau diese Bereiche gezielt nach. So machst du aus deinen Schwächen
Stärken, statt nur das zu wiederholen, was du ohnehin schon kannst.
Wie du deine Lernzeit am besten strukturierst, zeigt dir der Artikel
Fachinformatiker richtig lernen.
Einen kompletten Überblick über Ablauf, Punkte und Lernplan der Prüfung
bekommst du im Leitfaden
AP1-Prüfung bestehen.
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