Was ist die AP1-Prüfung?
Die AP1 ist die Abschlussprüfung Teil 1 der gestreckten Abschlussprüfung (GAP). Seit der Umstellung gibt es keine klassische Zwischenprüfung mehr, stattdessen wird die Abschlussprüfung in zwei Teile „gestreckt": Teil 1 (AP1) etwa zur Mitte der Ausbildung und Teil 2 (AP2) am Ende.
Das Besondere: Die AP1 ist für alle IT-Berufe identisch, egal ob Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung, Systemintegration, Daten- und Prozessanalyse oder Digitale Vernetzung. Alle schreiben dieselbe Prüfung zum Thema „Einrichten eines IT-gestützten Arbeitsplatzes".
Wichtig zu wissen: Die AP1 fließt mit rund 20 % in deine Gesamtnote ein. Sie ist also keine „Übungsrunde", sondern zählt direkt, ein gutes AP1-Ergebnis verschafft dir wertvollen Vorsprung für die Endnote.
Ablauf und Aufbau der AP1
Die AP1 ist eine schriftliche Prüfung und dauert in der Regel 90 Minuten. Du bearbeitest mehrere praxisnahe Aufgaben rund um die Planung, Einrichtung und Inbetriebnahme eines IT-Arbeitsplatzes. Die Aufgaben sind überwiegend „ungebunden", du musst also selbst formulieren, rechnen und begründen, statt nur anzukreuzen.
Typischerweise erwartet dich eine Handvoll größerer Aufgabenblöcke mit jeweils mehreren Teilaufgaben, die zusammen 100 Punkte ergeben. Die Themen reichen von Hardware-Auswahl über Netzwerkgrundlagen bis zu Projektplanung und Wirtschaftlichkeit.
Dauer, Termine und der genaue Aufgabenmodus werden von deiner zuständigen IHK festgelegt. Verlass dich bei verbindlichen Details immer auf deine offizielle Prüfungseinladung.
Punkte und Bestehensgrenze
Hier räumen wir mit einem häufigen Missverständnis auf: Die AP1 hat keine eigene Bestehensgrenze. Du kannst sie nicht separat „nicht bestehen". Das Ergebnis wird einfach gespeichert und später mit deinem AP2-Ergebnis zur Gesamtnote verrechnet.
Über Bestehen oder Durchfallen entscheidet erst die Gesamtprüfung nach Teil 2. Trotzdem solltest du die AP1 ernst nehmen: Jeder Punkt zählt mit 20 % zur Endnote. Wer hier stark abliefert, kann sich in AP2 mehr Spielraum verschaffen.
| Aspekt | AP1 (Teil 1) |
|---|---|
| Gewichtung Endnote | ca. 20 % |
| Gesamtpunkte | 100 Punkte |
| Dauer | i. d. R. 90 Minuten |
| Form | schriftlich, überwiegend ungebundene Aufgaben |
| Eigene Bestehensgrenze | nein, zählt zur Gesamtnote |
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Die wichtigsten Themen der AP1
Auch wenn jede Prüfung anders aussieht, kehren bestimmte Themen immer wieder. Diese Bereiche solltest du sicher beherrschen:
- IT-Arbeitsplatz einrichten: Hardware-Komponenten, Peripherie, Betriebssysteme und Inbetriebnahme.
- Netzwerkgrundlagen: IP-Adressen, Subnetze, Netzwerktopologien und Komponenten.
- Projektplanung: Netzplantechnik, kritischer Pfad, Pufferzeiten und Gantt-Diagramme.
- Nutzwertanalyse: Angebote bewerten, gewichten und die beste Lösung begründen, ein klassischer Punktebringer.
- Wirtschaftlichkeit: Kostenarten, Angebotsvergleich und einfache Berechnungen.
- IT-Sicherheit & Datenschutz: Grundlagen, Schutzziele und DSGVO-Basics.
- Geschäftsprozesse: Abläufe modellieren, seit der Neuordnung auch mit BPMN.
Eine ausführliche Übersicht findest du im Artikel AP1-Themen & Inhalte. Was sich 2025 geändert hat, liest du unter AP1-Prüfung 2025: Alle Änderungen.
In 6 Schritten zum Bestehen
Struktur schlägt Chaos. Mit diesem Plan bereitest du dich gezielt vor, idealerweise über mehrere Wochen verteilt:
- Überblick verschaffen: Sichte die offiziellen Prüfungsthemen deiner IHK und mach dir eine ehrliche Bestandsaufnahme.
- Lernplan erstellen: Teile die Themen auf die verbleibenden Wochen auf. Plane feste, kurze Lerneinheiten statt seltener Marathons.
- Grundlagen festigen: Arbeite die Theorie durch, bis du die Begriffe sicher erklären kannst.
- Mit Fragen üben: Teste dich aktiv mit Übungsfragen, am besten täglich ein paar Minuten. Hier punktet die AP1-Fragensammlung.
- Prüfungssimulation: Schreibe mindestens zwei volle Durchläufe unter Zeitdruck, um Tempo und Nerven zu trainieren.
- Schwächen schließen: Analysiere deine Fehler, übe gezielt die schwachen Kategorien nach und wiederhole regelmäßig.
Welche Lerntechniken dabei am effektivsten sind, zeigt dir der Artikel Fachinformatiker richtig lernen.
Häufige Fehler, und wie du sie vermeidest
- Zu spät anfangen: Drei Tage Bulimielernen reichen nicht. Fang früh an, dafür in kleinen Häppchen.
- Nur lesen statt üben: Theorie überfliegen fühlt sich produktiv an, bringt aber wenig. Aktives Abfragen schlägt passives Lesen.
- Rechenaufgaben meiden: Netzplan, Subnetting und Nutzwertanalyse sind sichere Punkte, wer sie übt, verschenkt nichts.
- Zeitmanagement ignorieren: Übe mit Timer. Wer sich in der echten Prüfung verzettelt, verliert leicht ganze Aufgaben.
- Teilaufgaben leer lassen: Schreib immer etwas hin, Teilpunkte gibt es nur für das, was auf dem Papier steht.
Checkliste für den Prüfungstag
- Einladung, Ausweis und Prüfungsnummer bereitlegen
- Erlaubte Hilfsmittel checken (Taschenrechner, Stifte)
- Am Vorabend früh schlafen statt durchlernen
- Rechtzeitig und entspannt zum Prüfungsort
- Erst alle Aufgaben überfliegen, dann mit den sicheren starten
- Punkte im Blick behalten und die Zeit einteilen
Wenn du diese Punkte beherzigst und regelmäßig übst, gehst du mit einem guten Gefühl in die AP1, und legst die Basis für eine starke Endnote.
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